Dienstag, 14. Februar 2012

Briefe von der Erde 02

5 Bericht Standardzeit 308/45000 vom Planeten702 „Erde“

Auf der Suche nach Intelligenten Lebensformen auf dem Planeten Erde.

Spezies X37 Mensch nimmt seine Umwelt vor allem über visuelle und akustische Signale im einem schmalen Bandbereich war. Offenbar eine etwas geringere Rolle spielen die Wahrnehmung chemischer Reize und der Tastsinn. Seine Sinnesorgane sind dabei im Vergleich zu anderen Spezies sehr schlecht entwickelt. Entscheidend für das Verständnis darüber wie der Mensch seine Umgebung wahr nimmt ist daher eine Betrachtung der Verarbeitung der Signale im Gehirn des Menschen.

Im Wesentlichen erzeugt das menschliche Gehirn nach Aufnahme der Sinnesreize eine auf gespeicherte Daten basierende Rekonstruktion seiner Umwelt. Diese effiziente Rekonstruktion der realen Welt ermöglicht es dem Menschen eine ausreichend gute Vorstellung seiner Umwelt zu vermitteln um mit dieser interagieren zu können, auch wenn er nur einen sehr beschränkten Teil der real existierenden physikalischen Umgebung wahrnimmt.

Die Größe der Datenbasis des Gehirns richtet sich dabei vor allem nach vorher erkannten Mustern. Der Aufbau dieser Datenbasis findet Hauptsächlich in der langen Kindheitsphase des Menschen statt. Die wesentliche Fähigkeit des menschlichen Gehirns scheint das Erkennen und das effiziente verarbeiten von wiederkehrenden Mustern zu sein, dies ist von Geburt an stark ausgeprägt. Menschliche Kinder sind sehr schnell in der Lage allein durch das Erkennen wiederkehrender Muster komplexe Sprachen zu verstehen und zu sprechen.

Diese Mustererkennung erlaubt dem Menschen außerordentliche Leistungen zu vollbringen. Er ist z.B. in der Lage hoch komplexe akustische Harmonien nicht nur zu erkennen sondern auch in Form von Musik zu erzeugen. Sicher eine der vielversprechendsten Merkmale des Menschen.

Diese Methode der Wahrnehmung der Umwelt über die Wiedererkennung von Mustern spielt eine große Rolle im Sozialverhalten des Menschen. Akustische Muster als Sprache zu erkennen oder die Gesichtsausdrücke von Menschen zu interpretieren sind wesentlich stärker von der bestehenden Datenbasis geprägt als andere Sinneseindrücke.

Unsere Experimente haben gezeigt: das Menschliche Gehirn ist bemüht auch in völlig zufälligen visuellen Sinneseindrücken Gesichter zu erkennen oder sinnfreie Laute als Sprache zu verarbeiten. Sprache bestimmt einen großen Teil der menschlichen Gehirnleistung.

Da der Mensch eine sehr soziale Spezies ist, ist diese starke Ausrichtung seiner Wahrnehmung auf sein soziales Umfeld nicht weiter verwunderlich. Der Mensch versucht dabei ständig seine Stellung in seinem Sozialgefüge zu bestimmen und mit anderen Menschen zu kommunizieren.

Demgegenüber steht ein anderes Selbstverständnis des Menschen. Da das Universum des Menschen vornehmlich in seinem Kopf existiert, befindet er sich offensichtlich in seiner Wahrnehmung in dessen Zentrum. Dies macht es dem Menschen sehr schwer ein objektives Verständnis über seine Bedeutung als Mensch an sich oder als Individuum zu erlangen. Dies führte u.a. zu einer Entwicklung der Menschlichen Kultur die sich Religion nennt, worauf ich in einem weiteren Bericht eingehen will.

Der Mensch neigt durch die Zentrierung auf sich selbst seine eigene Bedeutung oder die der eigenen Kultur (oder Religion, Sekte, sozialen Schicht …) zu überschätzen, was zu allerhand Fehlleistungen einzelner Individuen oder auch Gruppen bzw. Staaten von Menschen führt. Die Vermutung ist, dass es in der Frühzeit der Entwicklung des Menschen einen evolutionären Vorteil aus der überzogenen Wahrnehmung der eigenen Position gab.

Möglicherweise haben sich in der langen Entwicklungsphase des Menschen, in der er in (kriegerischen) Clan und Stammesverbänden lebte, diese Verhaltensweisen als Vorteilhaft erwiesen. Es ist möglich, dass Stämme, die ihren Mitgliedern vermitteln konnten „besser“ als der Nachbarstamm zu sein, einen Vorteil bei einer kriegerischen Auseinandersetzung hatten.

Da der Mensch so stark sozialisiert ist, dass ihn das Leid anderer Menschen instinktiv stark belastet, dient daher diese Gegenreaktion dazu potentielle Feinde zu entmenschlichen um überhaupt dazu in der Lage zu sein diesen Gegenüber aggressiv zu handeln.

Diese Verhaltensweise zeigt der Mensch in kriegerischen und aggressiven Gesellschaften auch heute. In den von uns beobachteten Konflikten wurden von den Soldaten schnell sprachliche Ausdrücke erfunden die die jeweils andere Seite ihrer Menschlichkeit beraubte. Bevor der Mensch als Intelligente Spezies anerkannt werden kann muss er dieses Verhalten dringend überwinden.

Da wir nicht alle konkurrierenden Staaten auf der Erde untersuchen können fokussieren wir uns auf eine in der Vergangenheit besonders aggressive menschliche Gesellschaft, die man die Deutschen nennt und die ihre Bevölkerung zu einen Weltumspannenden Krieg motivieren konnte, in dem sie sich selbst als Herrenrasse und andere Kulturen als Untermenschen bezeichnete.

Insbesondere interessiert uns ob ein Fortschritt in der Entwicklung seit dem statt Fand und ob dies Hoffnung auf die Entwicklung von Intelligenz bei der Spezies Mensch macht.

Grüße von der Erde

Brik Than

Wissenschaftlicher Leiter der Expedition Erde des Barutanischen Instituts für Exotropologie.

Briefe von der Erde 01

3 Bericht Standardzeit 304/45000 vom Planeten 702 „Erde“

Auf der Suche nach intelligenten Lebensformen auf dem Planeten Erde.

Im zweiten Monat unserer Untersuchungen wollen wir uns der Staatenbildende Spezies X37 widmen, über deren physiologischen Eigenschaften ich im letzten Bericht genauer eingegangen bin. Obwohl diese Spezies offensichtlich die galaktischen Standards für intelligentes Leben unterschreitet weist sie dennoch ein hohes Potential auf in weiteren Evolutionsschritten Intelligenz entwickeln zu können.

Der Name den Spezies X37 sich selbst gegeben hat lautet Mensch. Der Mensch ist eine junge, sehr aggressive Spezies die sich erst vor ungefähr 40000 Erdenjahren entwickelt hat. Trotz der Kürze dieser Zeitspanne hat er seine Lebensräume in erstaunlicher Weise geprägt und eine Vielzahl von anderen Spezies ausgerottet oder verdrängt.

Quelle: wikipedia

Vor allem in den letzten 200 Jahren ist seine Population sprunghaft angestiegen Im Moment bewohnen annähernd 7 Milliarden Individuen den Planeten.

Diese aggressive Expansion der Spezies gefährdet inzwischen das Fortbestehen der Ökosphäre des Planeten und muss in absehbarer Zeit in eine Gegenentwicklung münden. Der Grund dieser Explosion liegt in der exzessiven Ausbeutung von fossilen Ressourcen zur Energiegewinnung die der Mensch vor ca. 200 Jahren perfektionieren konnte und einem ungesteuerten Reproduktionsverhalten, wodurch die Spezies Intelligenzkriterium 213 des Galaktischen wissenschaftlichen Rates nicht erfüllt.

(213: Eine Intelligente Spezies ist in der Lage die eigene Reproduktionsrate bewusst und mit Einstimmung und Einsicht aller Individuen der Spezies der Tragfähigkeit eines von ihr bewohnten Ökosystems anzupassen.)

Diese Entwicklung steht nun vor dem Ende, da sowohl die Auswirkungen der Verbrennung fossiler Brennstoffe das Klima verändert haben, als auch das Ende der Verfügbarkeit dieser Brennstoffe in absehbarer Zeit erreicht werden wird.
Obwohl der Mensch Anzeichen dafür zeigt diese Situation erkennen zu können, scheint er Aufgrund der offensichtlich nicht abgeschlossen Evolution seiner Intelligenz nicht dazu in der Lage dieser Entwicklung Strategien entgegenzusetzen. Wir gehen davon aus, dass der Evolutionsdruck der sich bei ausbleiben der Ressourcen einstellt über die weitere Entwicklung des Menschen entscheidende Auswirkungen haben wird.

Am Beispiel von Spezies 102c vom Planeten A56, kann man sehen, dass in dieser frühen Phase der Entwicklung von intelligentem Leben eine hohes Risiko einer letalen Entwicklung besteht. Wir erinnern uns: Spezies 102c löschte sich nach Entdeckung der Kernfusion selbst aus, ein Schicksal, dass die Spezies Mensch durchaus noch ereilen könnte.

Grüße von der Erde

Brik Than

Wissenschaftlicher Leiter der Expedition Erde des Barutanischen Instituts für Exothropologie.

Links:
Querschüsse
Paul Chefurka

Montag, 13. Februar 2012

Die Anthropologie der Krise

Was können uns die Anthropologen über die Krise sagen, was vorher kein anderer geäussert hat? Darum geht es in dem Blog von Paul Jorion.

Paul Jorion hat unter anderem eine neue (anthropologische) Preistheorie geschaffen und hat eine wöchentliche Kolumne in "Le Monde". Er stellt hier in seinem Blog die These auf, dass der "Klassenkampf" in den 70ern mit der Einführung der "Stock Options" endgültig zu Gunsten des Kapitals entschieden wurde (Kapital = "Das Geld das man nicht hat aber dennoch braucht").

Die Kapitalkonzentration erreichte zu dieser Zeit ein so großes Ausmaß, dass der Zinsanteil der Produkte für die Wirtschaft ein Bürde wurde und die Reichtumskonzentration von nun an in der Historie ungekannte Ausmaße annehmen konnte.

Aktuell fordert er die Neuordnung des Kapitalismus.

"More than three years have passed since the Toulon address and, apart from rather disorganized anti-capitalist protests in various parts of the world, individual initiatives aimed at restructuring capitalism have proved inadequate.

Valuable time has thus been lost, but it is not too late, the problems with which we are faced, and which have become more serious everywhere, having become clearer in consequence of this.

Let us demand that the powers that be immediately engage in a debate on the restructuring of capitalism and that unchallengeable authorities on financial, economic and moral questions be brought together (rather than economic and financial ‘experts’ who are associated with an accumulation of embarrassing failures) and that they be given the task of drawing up a schedule for this (addressing structural and institutional questions, of course, as distinct from short-term tactics aimed at nothing more than gaining time in the face of a collapse which has become unavoidable)."
Die Nachdenkseiten veröffentlichten heute eine Übersetzung seiner Kolumne in der Monde.

Daraus:

"Die Disparitäten bei der Einkommens- und Vermögensverteilung sollten nicht als simpel-kuriose Nebensächlichkeit abgetan werden. Die exzessive Konzentration des Reichtums kann Wirtschaftskreisläufe über zwei kombinierte Effekte ins Stocken bis zum Stillstand bringen.

Einerseits zwingt sinkende Kaufkraft den Großteil der Bevölkerung zu vermehrtem Rückgriff auf Kredite. Das bringt für den Finanzsektor ein erhöhtes Insolvenz-Risiko und schwächt ihn im Zeitablauf.

Andererseits werden die in der obersten Etage der Sozialpyramide angesammelten Kapitalsummen mangels realer Investitions-möglichkeiten in spekulative Aktivitäten platziert, wodurch marktwirtschaftliche Preisbildungsmechanismen durcheinander gebracht bzw. außer Kraft gesetzt werden.
Schlussfolgerung:
Solange der in Gang befindliche Reichtumskonzentrationsprozess nicht umgekehrt wird, kann der Wirtschaftsmotor nicht wirklich wieder in Gang kommen. Daher ist eine Einkommens-Disparitäten weiter verstärkende Austeritätspolitik die schlechteste aller möglichen Politikvarianten!"
Seinen englischsprachigen Blog wird man ab heute auch meiner Linkliste finden können.

Freitag, 20. Januar 2012

Guttenberg und Neelie Kroes

Der Spiegel veröffentlichte heute disesen Artikel über den Briefwechsel zwischen den EU Verantortlichen und KTzG. Heise stellte diesen Briefwechsel jüngstens online und ich kann jedem empfehlen da hinein zu gucken.

Besonders gut gefällt mr dieser Absatz von Neelie Kroes:

I was extremely worried but not surprised, to see that one of the first things that repressive regimes in these countries do, when faced with the peoples desire for democracy, is to disrupt communication networks and media inside the country and internationally. This is a clear sign of the democratic potential of information and communication technologies.
I think people have the right to use technology to fulfill their desire for freedom, and we, as politicians of democratic countries, have a duty to support them in this endeavor.
Ich finde, da hat sie ganz recht. Anscheinend aber, haben die Politiker in den  USA angesichts der unbequemen "Occupy" Protesten beschlossen von ihren Kollegen in Nordafrika zu lernen.

Auch die EU versucht mit ACTA diese gefährlichen Instrumente der Demokratie unter Kontrolle zu bringen. Natürlich immer unter dem Vorwand gegen Online Piraterie (wahlweise auch Terrorismus oder Kinderpornographie) vorzugehen, versteht sich.

Grundsätzlich aber scheint mir, dass es auch in der EU viele Kollegen von Frau Kroes gibt, die eher unglücklich über die Demokratiefördernde Wirkung von sozialen Netzwerken sind. Aber das bilde ich mir möglicherweise nur ein.

Auch was das Informationspotential des Internets angeht denke ich, ist nicht jeder EU Politiker wirklich glücklich. Das konzertierte Vorgehen gegen Julian Assange und seine vollkommen frei erfundene Vergewaltigungsanzeige und die Hetzjagd durch halb Europa lassen mich eher an der Begeisterung unserer Politik über das Internet zweifeln.

Wie auch immer, wir werden die Entwicklung weiter beobachten.

Mittwoch, 18. Januar 2012

SOPA Hintergrund Video

Ist es möglich, dass die selben Unternehmen, die jetzt alles tun um SOPA in den USA als Gesetz durchzupeitschen, Verantwortlich für die Verbreitung von Filesharingsoftware sind?

Laut diesem Video verhält es sich genau so.



Guttenberg an die Internetfront

Die Zeit in der sich Herr Guttenberg als ein Verfechter der Freiheit des Internets beweisen kann ist gekommen. Die Freiheit des Internets in den USA steht bei den heute beginnenden Sitzungen im US Representantenhaus auf dem Spiel.

Kurz gefasst: die Gesetzesvorlagen SOPA und PIPA geben den Anwälten großer Film und Musik -vetriebsgesellschaften die Mittel in die Hand, ohne jegliche richterliche Überprüfung, jeden der im Internet veröffentlicht finanziell zu vernichten.

Wie in vorherigen Post schon berichtet, sind die Kontakte des Herrn Guttenberg in die USA ausgezeichnet. Niemand wäre besser in der Lage die Freiheit des Internets gegen diesen bisher schlimmsten Angriff zu verteidigen. Wann wenn nicht jetzt, wo, wenn nicht in den USA, muss die Freiheit der "Presse" verteidigt werden.

Ich fürchte aber, SOPA ist genau die Form von Internetfreiheit die sich Herr Guttenberg vorstellt. Nur durch eine eindeutige Äusserung seinerseits würde ich mich vom Gegenteil überzeugen lassen.

Die Pressefreiheit in den USA befindet sich auf dem Tiefpunkt ihrer Geschichte. Die Medien sind sämtlich in der Hand großer Konzerne die die öffentliche Meinung kontrollieren.

Nicht von Ungefähr, ging der Pulitzer Preis letztes Jahr an die Internet-News Seite "Pro Publica". Das Fernsehen ist indiskutabel, das Radio seit den massiven Angriffen auf das öffentlich rechtliche Radio ebenfalls und die Printmedien haben sich in der Berichterstattung vor dem Irakkrieg selbst demontiert und werden ohnehin kaum gelesen.

Ohne freie Presse gibt es keine Demokratie. Die wichtigste Demokratie der Welt wurde seit Jahren Stück für Stück an die Konzerne verkauft und abgeschafft. Diese Gesetze sollen der Demokratie in den USA den Rest geben.

Die Angst vor Wiki Leaks, Twitter usw treibt das Kapital zu immer drastischeren Angriffen auf die Demokratie. Ich hoffe, die Reaktionen werden nicht ausbleiben.

Anhang:

What Is SOPA?


If you hadn’t heard of SOPA before, you probably have by now: Some of the internet’s most influential sites—Reddit and Wikipedia among them—are going dark to protest the much-maligned anti-piracy bill. But other than being a very bad thing, what is SOPA? And what will it mean for you if it passes?

SOPA is an anti-piracy bill working its way through Congress…

House Judiciary Committee Chair and Texas Republican Lamar Smith, along with 12 co-sponsors, introduced the Stop Online Piracy Act on October 26th of last year. Debate on H.R. 3261, as it’s formally known, has consisted of one hearing on November 16th and a “mark-up period” on December 15th, which was designed to make the bill more agreeable to both parties. Its counterpart in the Senate is the Protect IP Act (S. 968). Also known by it’s cuter-but-still-deadly name: PIPA. There will likely be a vote on PIPA next Wednesday; SOPA discussions had been placed on hold but will resume in February of this year.

…that would grant content creators extraordinary power over the internet…

The beating heart of SOPA is the ability of intellectual property owners (read: movie studios and record labels) to effectively pull the plug on foreign sites against whom they have a copyright claim. If Warner Bros., for example, says that a site in Italy is torrenting a copy of The Dark Knight, the studio could demand that Google remove that site from its search results, that PayPal no longer accept payments to or from that site, that ad services pull all ads and finances from it, and—most dangerously—that the site’s ISP prevent people from even going there.

…which would go almost comedically unchecked…

Perhaps the most galling thing about SOPA in its original construction is that it let IP owners take these actions without a single court appearance or judicial sign-off. All it required was a single letter claiming a “good faith belief” that the target site has infringed on its content. Once Google or PayPal or whoever received the quarantine notice, they would have five days to either abide or to challenge the claim in court. Rights holders still have the power to request that kind of blockade, but in the most recent version of the bill the five day window has softened, and companies now would need the court’s permission.
The language in SOPA implies that it’s aimed squarely at foreign offenders; that’s why it focuses on cutting off sources of funding and traffic (generally US-based) rather than directly attacking a targeted site (which is outside of US legal jurisdiction) directly. But that’s just part of it.

…to the point of potentially creating an “Internet Blacklist”…

Here’s the other thing: Payment processors or content providers like Visa or YouTube don’t even need a letter shut off a site’s resources. The bill’s “vigilante” provision gives broad immunity to any provider who proactively shutters sites it considers to be infringers. Which means the MPAA just needs to publicize one list of infringing sites to get those sites blacklisted from the internet.
Potential for abuse is rampant. As Public Knowledge points out, Google could easily take it upon itself to delist every viral video site on the internet with a “good faith belief” that they’re hosting copyrighted material. Leaving YouTube as the only major video portal. Comcast (an ISP) owns NBC (a content provider). Think they might have an interest in shuttering some rival domains? Under SOPA, they can do it without even asking for permission.

…while exacting a huge cost from nearly every site you use daily…

SOPA also includes an “anti-circumvention” clause, which holds that telling people how to work around SOPA is nearly as bad as violating its main provisions. In other words: if your status update links to The Pirate Bay, Facebook would be legally obligated to remove it. Ditto tweets, YouTube videos, Tumblr or WordPress posts, or sites indexed by Google. And if Google, Twitter, WordPress, Facebook, etc. let it stand? They face a government “enjoinment.” They could and would be shut down.
The resources it would take to self-police are monumental for established companies, and unattainable for start-ups. SOPA would censor every online social outlet you have, and prevent new ones from emerging.

…and potentially disappearing your entire digital life…

The party line on SOPA is that it only affects seedy off-shore torrent sites. That’s false. As the big legal brains at Bricoleur point out, the potential collateral damage is huge. And it’s you. Because while Facebook and Twitter have the financial wherewithal to stave off anti-circumvention shut down notices, the smaller sites you use to store your photos, your videos, and your thoughts may not. If the government decides any part of that site infringes on copyright and proves it in court? Poof. Your digital life is gone, and you can’t get it back.

…while still managing to be both unnecessary and ineffective…

What’s saddest about SOPA is that it’s pointless on two fronts. In the US, the MPAA, and RIAA already have the Digital Millennium Copyright Act (DMCA) to request that infringing material be taken down. We’ve all seen enough “video removed” messages to know that it works just fine.
As for the foreign operators, you might as well be throwing darts at a tse-tse fly. The poster child of overseas torrenting, Pirate Bay, has made it perfectly clear that they’re not frightened in the least. And why should they be? Its proprietors have successfully evaded any technological attempt to shut them down so far. Its advertising partners aren’t US-based, so they can’t be choked out. But more important than Pirate Bay itself is the idea of Pirate Bay, and the hundreds or thousands of sites like it, as populous and resilient as mushrooms in a marsh. Forget the question of should SOPA succeed. It’s incredibly unlikely that it could. At least at its stated goals.

…but stands a shockingly good chance of passing…

SOPA is, objectively, an unfeasible trainwreck of a bill, one that willfully misunderstands the nature of the internet and portends huge financial and cultural losses. The White House has come out strongly against it. As have hundreds of venture capitalists and dozens of the men and women who helped build the internet in the first place. In spite of all this, it remains popular in the House of Representatives.
That mark-up period on December 15th, the one that was supposed to transform the bill into something more manageable? Useless. Twenty sanity-fueled amendments were flat-out rejected. And while the bill’s most controversial provision—mandatory DNS filtering—was thankfully taken off the table recently, in practice internet providers would almost certainly still use DNS as a tool to shut an accused site down.

…unless we do something about it.

The momentum behind the anti-SOPA movement has been slow to build, but we’re finally at a saturation point. Wikipedia, BoingBoing, WordPress, TwitPic: they’ll all be dark on January 18th. An anti-SOPA rally has been planned for tomorrow afternoon in New York. The list of companies supporting SOPA is long but shrinking, thanks in no small part to the emails and phone calls they’ve received in the last few months.
So keep calling. Keep emailing. Most of all, keep making it known that the internet was built on the same principles of freedom that this country was. It should be afforded to the same rights.

Montag, 12. Dezember 2011

Guttenberg als US Waffen Lobbyist

Seit heute berät K.T. v. Guttenberg die EU in Sachen "Internetfreiheit". (Siehe dazu die Zeit).

Vollkommen ungeachtet der Vergangenheit des Herrn K.T. v G. (im folgenden KTvG genannt) laufen mir bei dieser Nachricht zahlreiche Schauder über den Rücken

Bezahlt wird KTvG von einer Amerikanischen Organsation (einem "think tank", was meistens schlimmstes befürchten lässt) namens CSIS (Center For Strategic International Studies).

Aus Wikipedia:
"Der Präsident und CEO ist seit April 2000 der frühere stellvertretende Verteidigungsminister John Hamre. Den Vorstand führt der ehemalige (konservative) demokratische Senator von Georgia und langjährige Vorsitzende des US-Senatsausschusses für Militärfragen, Sam Nunn. Im Aufsichtsrat sitzen Angehörige des Verteidigungsministeriums, Investmentbanker, ..."

Auf der Webseite der CSIS kann man folgendes Lesen:
".. CSIS was dedicated to finding ways to sustain American prominence and prosperity as a force for good in the world."

Frage 1: Was zeichnet KTvG zu dieser Beratungstätigkeit aus? Mir ist nicht bekannt, dass er ausser seiner politischen Laufbahn irgendwelche Kompetenzen in Sachen "Internetfreiheit" zu bieten hätte. Gerade weil er durch die Freiheit des Internets zu Fall gekommen ist, könnte sein Verhältnis zur Freiheit des Internets ein gespaltenes sein, ich vermute Befangenheit. Seine Partei hat jedenfalls in dieser Sache keinerlei Kompetenz bewiesen und fällt eher durch Unwissenheit, Bundestrojaner und Vorratsdatenspeicherung sehr unangenehm auf.

Frage 2: Warum darf ein Berater von einer offensichtlich den Interessen einer fremden Macht verschriebenen Organisation die EU beraten? Die Vorrangstellung der USA kann nicht im Interesse der EU sein. Was, wenn also nicht den Schaden Europas kann eine Organisation wie die CSIS im Schilde führen?

Frage 3: Angesichts der obigen Punkte stellt sich außerdem die Frage, ob das Ziel dieser "Beratung" nicht die Vermehrung des Wissens sondern die Bekämpfung ist. Wie würde denn Herr KTvG mit Julian Assange und Wikileaks verfahren? Ist es unsere Politik die "Freiheit des Internets" in der Ferne zu Fördern aber bei uns zu Verfolgen, ähnlich wie in den USA?

Frage 4: Was hat das außerdem mit Investmentbankern und Waffenlobbyisten zu tun? Bei dieser Frage wird mir Angst und Bange, da ich mit beim besten Willen nicht mehr erklären kann was CSIS noch dazu bewogen haben könnte ausgerechnet dem ehemaligen Verteidigungsminister KTvG zu diesem Job zu verhelfen und an dieser Stelle zu platzieren.

Wahrscheinlich habe ich zu viel Misstrauen in die Menschheit und zu viel Fantasie.  An dieser Stelle muss ich aufhören nachzudenken. Das ganze wird zu verrückt, das ist ja fast so schlimm wie Öttinger als EU Kommissar einzusetzen oder Herrn Niebel als Entwicklungshilfeminister oder Ilse Aigner als Verbraucherschutzministerin oder Brüderle als Wirtschaftsminister ...

Angesichts dieser Meldungen frage ich mich immer öfter:
Sind wir im 1984 George Orwells angekommen?

Im Orwells Land des "Ministeriums für Liebe" usw?
Was macht das Wirtschaftsministerium außer unserer Volkswirtschaft zu schaden?
Was macht das Verbraucherschutzministerium außer Politik für die Telco, Gas, Energie und Agrar -lobby (u.v.a.) die die Verbraucher abzocken?
Das Verteidigungsministerium ist in Angriffskriege verstrickt und das Finanzministerium verwaltet Schuldenberge und verschenkt unser Geld an die Banken.
Über die Krank machende Politik des Gesundheitsministeriums  gibt es keine Zweifel und das Umweltschutzministerium steht bei mir auch im "Orwell" Verdacht.
Zum Abschluss bleibt da nur zu sagen:
Ich finde das alles Doppelplusungut.